Thursday, February 16, 2012

Hi.

Also seit greaumer Zeit arbeite ich jetzt schon hier. Leider lässt die hiesige Rohstofflage alles etwas langsamer ablaufen. Selbstverständlichkeiten wie Ethyl-Kieselsäureester, Cyclododekan, Sande und Gesteinsmehle und Arbocel gibt es nicht in der allseitbekannten Restauratorenboutique von nebenan. Leider muss ich hier für fast alles Klinken putzen gehen. Aber "first things first" wie der Angelsachse so treffend sagt.

Erstes Projekt: Gillespie Headstone at Bolton Memorial Park Cemetery.


Hier seht Ihr das Grab wie es bis vor kurzem noch gestanden hat. Die Betonüberdeckung ist nicht original und wurde wahrscheinlich mit dem Neubau der Friedhofmauer ausgeführt. Dadurch wurden die Grabsteine durch den Beton teilweise überdeckt.

Ich habe mir hier im Baumarkt eine schöne neue Bosch Professional Flex gekauft für den Job. Die Betonüberdeckung wurde dann teilweise rausgeschnitten. Zum glück war sie nur 6-10 cm stark.

Hier seht Ihr Aaron und mich beim ausgraben der Steine. Diese waren ca 30-40 cm tiefer im Boden eingegraben als sie eigentlich sollten. Da an dem großen Stein ausserdem nachträglich noch eine Betonstütze angebracht wurd, haben wir vermutet, das dieser gebrochen war und nichtmehr die ursprüngliche Länge besitzt.
Dem war aber nicht so und das Teil war etwa 60cm tief im Boden versenkt.

Hier seht Ihr den ausgebauten Headstone und Aaron und mich bei der kosmetischen Aufbereitung der Kollateralschäden am Grab.

Hier kann schön sehen, wo der bis wohin der Stein überdeckt war. Unter der Betonabdeckung konnten wir dann interessanter weise reste einer weissen Tünche feststellen und in den Buchstaben einer ebenfalls verdeckten Schrift am Fussstein waren noch Reste schwarzer Farbe zu finden. Demnach war der Stein weiss gefasst mit schwaz ausgelegter Schrift.

Hauptproblem ist jedoch die Schalenbildung auf der Schriftseite, wodurch die Inschrift stark gefährdet ist. Die Schale besitzt eine Stärke von 1-2 mm. Im untern Bereich hat sie sich bis zu 5mm vom Stein abgehoben und ist teilweise verloren gegangen.

In dem übrigen Bereichen gibt es zwar keine Oberflächenverluste, jedoch sind in den vertiefungen der Schrift Öffnungen vorhanden. Hier hat sich die Schale etwa 2mm abgehoben.

In den übrigen Zonen der Ablösung kann man teilweise nur Haarrisse in den Vertiefungen der Schrift erkenne. Die schale hat sich hier nur minimal vom Untergrund abgelöst.

Das ganze sieht in der Kartierung dann so aus. Der Reihenfolge der vorherigen Fotos entsprechend die Farbkodierung Rot, Gelb, Blau.


Das ist gerade Stand der Dinge. Als Hinterfüll- und Anböschmörtel habe ich mir Kieselsäureester gebundene Gesteinsmehle vorgestellt. Viktor hat mir auch schon Tips für die Körnung gegeben.
Für Tipps und Vorschläge bin ich übrigens immer sehr empfänglich.
Gemacht habe ich das bisher nur mit dispergiertem Kalkhydrat, aber das kriegt man hier nicht, wobei wir auch schon beim Thema der Materialbeschaffung wären.

Um einen Kieselsäureester zu bekommen habe ich ganze zwei wochen emails geschrieben und telefoniert. Würg!!!!!!!!!!! Mit den Sanden und Mehlen ist das genauso und letztendlich habe ic mir den Stoff von Martin besorgt (DANKE) und mein Vater schickt mir das dann (im Packet sind dann aber auchnoch ein paar Leckereien für die Nerven---->Apfelringe).
Die letzte Hürde ist der Fehlende Katalysator in dem Kieselsäureprodukt das ich verwende (es heisst SILBOND 40). Ich habe in einigen Konservatoren-PDFs gelesen, das sich Fluorsäure hervorragend dafür eigent, daber die zu bekommen ist wiedereinmal scheisse kompliziert.
Naja, im Datenblatt steht, das es wohl auch mit einer Base funktionieren, also frage ich mich
ob ich das ganze vielleicht mit Kalklauge starten kann. Muss ich wohl testen.

Bis Später dann

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